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Fallstudie Klima und Gesundheit
Die menschliche Gesundheit wird von allen Bereichen des globalen Umweltwandels beeinflusst und besitzt eine allgemeine Sensitivität gegenüber den vielfältigen Antrieben des Klimawandels. Von den meisten Gesellschaftssystemen weltweit wird die Gesundheit des Menschen als schützenswertes Gut anerkannt. Darüber hinaus lässt der Gesundheitszustand der nationalen Bevölkerung auf den Entwicklungsstand des jeweiligen Staates schließen und kann zusätzlich als Indikator für die mögliche Beeinflussung durch klimatische Veränderungen herangezogen werden. Auch für den Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI), ein aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzter Indikator für den wirtschaftlich-sozialen Fortschritt eines Landes, spielt die Gesundheitsbewertung (Lebensdauer) eine zentrale Rolle
Kennwerte des Klimawandels und des globalen Wandels
Seit Erscheinen des dritten IPCC Berichts (TAR) 2001 sind enorme Verbesserungen in der Erforschung des Klimawandels sowie seiner Modellierung erzielt worden. Diese Fortschritte wurden insbesondere durch die Erfassung neuerer Daten (z. B. mittels spezieller Satellitenmissionen und Bojenmessungen in den Ozeanen, ▸ Kapitel 1) und optimierte Analysemethoden möglich. Auch die stetig optimierten Modelle zur Beschreibung und Simulation komplexer physikalischer Prozesse sind in diesem Zusammenhang zu nennen
Klima und Politik
Unter dem Begriff Klimapolitik werden Strategien und konkrete Maßnahmen auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene verstanden, die zum Ziel haben, den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Klimapolitik kann in zwei Hauptströmungen unterteilt werden: Anpassung an den unvermeidlichen Klimawandel (adaptation) und Abmilderung (Abschwächung, Minderung) des Klimawandels (mitigation). Der Klimawandel kann zum einen durch Verringerung der Treibhausgasemissionen und zum anderen durch Erhalt und Schutz vorhandener Kohlenstoffsenken (z. B. Wälder und Ozeane) abgeschwächt werden. Mit Anpassung sind Maßnahmen gemeint, die es Gesellschaften ermöglichen, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft (resilience) gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen
Klima und Gesellschaft
Der Wechsel von wärmeren (Optimum) und kälteren (Pessimum) Klimaphasen sowie niederschlagsärmeren und niederschlagsreicheren Zeiten hat einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften und Zivilisationen. Die komplexen Beziehungen zwischen Klima (insbesondere Temperatureinwirkung) und Kulturentwicklung sind dabei differenziert darzustellen, da die Temperaturerhöhung in den verschiedenen Regionen der Erde nicht nur regional unterschiedlich ausgeprägt ist, sondern auch deutlich unterschiedliche Auswirkungen hervorruft
Was können wir aus dem vierten IPCC-Bericht lernen?
Ausgehend von den in den vergangenen Abschnitten skizzierten Schlüsselthemen und Fallstudien sowie den zugehörigen Forschungsergebnissen stellt sich nun die Frage, wo Wissenslücken und Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Klimaentwicklung beziehungsweise Einschätzung des Klimawandels bestehen. Mit dieser Frage eng verknüpft ist auch die zukünftige Ausrichtung der Klimatologie und ihrer Forschungsinhalte sowie deren Stellenwert für Gesellschaft und Politik. Im vorliegenden Kapitel wird deshalb versucht, den zukünftigen Forschungsbedarf im Hinblick auf Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu identifizieren
Fallstudie Kryosphäre
Das vorliegende Fallbeispiel soll dazu dienen, das Systemdenken zu schärfen und die Vernetzung einzelner Prozesse auf Grundlage des Basiswissens aus Kapitel 2 einzuordnen. Die Fallstudie beschäftigt sich mit den Rückkopplungen im System Atmosphäre — Eis — Ozean am Beispiel der Arktis. Das Klima der Arktis ist auf vielfältige Weise in das globale Erdsystem eingebunden. Durch diverse Rückkopplungseffekte wirken sich Klimaänderungen in der Arktis stärker und schneller aus als in gemäßigten Breiten oder am Äquator. Dieser Umstand macht die Arktis als Forschungsgebiet für den Klimawandel besonders interessant
Zentrale Aussagen zum Klimawandel
Spätestens seit Erscheinen des letzten IPCC-Klimareports im Februar 2007 (AR4) ist es Konsens unter Klimaforschern, dass ein beträchtlicher Anteil der Erderwärmung auf das Wirken des Menschen zurückzuführen ist. Das heißt, die Frage „Verändert der Mensch das Klima?“ ist nach heutigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis eindeutig mit ja zu beantworten
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