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Genetische und kontrastive Perspektiven bei der Analyse historischer Textsorten. Exemplarisch aufgezeigt an der Textsorte ‚Redeeinleitung‘ im Alten Testament und im Alten Orient
Bei der Analyse von (transnationalen) Textsorten, die sich in verschiedenen Kulturen/Gesellschaften finden, stellt sich die Frage nach der Verwandtschaft, die über Kulturgrenzen hinweggeht, und die Frage nach den Eigengeprägtheiten dieser Textsorten, die kulturspezifisch sind. Bei der Untersuchung dieser Fragen überlappen sich zwei Vorgehensweisen: a) Das genetische Vorgehen, d.h. der Versuch, eine Textsorte zu verstehen, indem ich ihren Entstehungsweg verfolge, ihre Übernahme von einer Sprachgesellschaft in eine andere beobachte (in einer Kulturaustausch- bzw. einer Kulturkontaktsituation). b) Das kontrastive Vorgehen, bei dem man Vorfindliches aus zwei oder mehreren Sprachräumen vergleicht, ohne genetische Beziehungen anzunehmen. In einem solchen Vergleich müssen besonders Textsortenfelder untersucht werden. Am Beispiel der Redeeinleitungsformeln aus Texten des A.T. und des A.O. werden beide Untersuchungsdimensionen exemplarisch vorgeführt. Die zentrale Frage ist dabei diejenige nach der Spezifik dieser Einleitungsformeln. Die Untersuchung der Redeeinleitungstexte unter dem Aspekt der Kulturspezifik hat nun ergeben, dass sich in der Tat im A.T. eine völlig eigene, in sich stark differenzierte Textsorte bzw. ein Textsortenfeld entwickelt hat, das von den alttestamentlichen Propheten genutzt bzw. hervorgebracht wurde
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