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Faktoren für die Integration von Mischkulturen in die landwirtschaftliche Praxis
In diesem Beitrag präsentieren wir die ersten empirisch fundierten Hypothesen über die Faktoren, die den Einsatz von landwirtschaftlichen Mischkulturen (Gemengen) in der Praxis bedingen. Die wichtigsten ermittelten Faktoren sind: (1) psychosoziale Faktoren, (2) argrar-systemische Faktoren, ernährungs-systemische Faktoren, (3) technologische Faktoren und (4) bio-ökologische Faktoren. In geplanten zukünftigen Interview-Studien werden diese Faktoren validiert und weiter differenziert
Pathogene an Wurzeln von Erbse und Ackerbohne im Demonstrationsnetzwerk Erbse / Bohne
Auf Betrieben des Demonetzwerks Erbse/Bohne wurden in den Jahren 2016 und 2017 von 53 ökologisch und 69 konventionell bewirtschafteten Feldern, die mit Sommer- oder Winterformen von Erbsen oder Ackerbohnen bebaut waren, an je zwei Messpunkten jeweils 10 Wurzelproben entnommen und an der Universität Kassel auf wurzelbürtige Pathogene untersucht. Insgesamt wurden aus mehr als 3000 Pilzisolaten morphologisch 17 Pilzarten identifiziert, die von Didymella pinodes und sieben Fusarium Arten: Fusarium oxysporum, F. solani, F. avenaceum, F. tricinctum, F. equiseti, F. culmorum, F. redolens dominiert werden. Alle Pathogene wurden in konventionellen und ökologischen Feldern gefunden. Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchungen ist die Erkenntnis, dass Winterformen der Erbse deutlich häufiger mit D. pinodella befallen sind als Sommerformen. Dies ist das erste Mal, dass Pathogene spezifisch gehäufter auf Wintererbsen gefunden wurden. Die Vielfalt der wurzelbürtigen Pilze auf Körnerleguminosen in Deutschland ist sehr hoch. Die Pathogenität der gefundenen Pilze gegenüber den in Deutschland wichtigen Körnerleguminosen sollte überprüft werden
Performance of wheat composite crosses on station and on-farm
The F11 of 14 winter wheat composite cross populations (CCPs) were compared in replicated field trials to the mixture of the 20 parents and three commercial wheat cultivars in replicated field trials. In addition, one population was given to farmers for on-farm testing. In 2012 severe frost killed 16 out of the 20 parental varieties of the CCPs. In contrast, the mixture of these varieties and the CCP populations survived well. The CCPs with high yielding parents yielded still highest in the F12 and quality in the CCPs with high quality parents was highest. CCPs on-farm were comparable in performance with farmers reference varieties
Reduzierte Bodenbearbeitung, Zwischenfrüchte und Transfermulch für einen bodenregenerierenden Anbau
Spezialisierung, Intensivierung und Ökonomisierung erschweren Bodenstrukturverbesserung und den Pflanzenschutz im ökologischen Landbau. Um die nachhaltigen Ziele des Ökolandbaus zu erreichen muss parallel eine ökologische Intensivierung stattfinden. Durch Zwischenfrüchte, reduzierter Bodenbearbeitung und Mulch aus Gründüngern soll der Bodenzustand während des Anbaus verbessert, Erosion vermieden und der Pflanzenschutzaufwand verringert werden, für einen resilienten Anbau. In dem Workshop werden Akteure aus Praxis, Beratung und Wissenschaft ihre Erkenntnisse zum bodenschonenden Anbau zusammenfassen. In Arbeitsgruppen werden Fragen der Umsetzung, Herausforderungen und einer Vernetzung erörtert. Die abschließende Diskussion bietet Raum um offene Fragen und Wiedersprüche zu debattieren
Wirtschaftlichkeit und Stabilität der ökologischen Winterweizenproduktion mit Composite Cross-Populationen
Diversität im Anbausystem wird vielfach als Schüssel für stabile Erträge und ein resilientes Produktionssystem gesehen. Die evolutionäre Pflanzenzüchtung und der Anbau von genetisch heterogenen Composite Cross-Populationen (CCP) sind ein Ansatz die Diversität zu steigern mit dem Ziel stabilere Erträge zu erwirtschaften. Hierbei besteht ein Trade-off zwischen einem kurzfristig hohen Ertragspotenzial bei Liniensorten und potentiell langfristiger Ertragsstabilität von CCP – auch unter Extrembedingungen. Mit einer Leistungs-Kostenrechnung und stochastischer Simulation werden in diesem Beitrag die Wirtschaftlichkeit und das Produktionsrisiko von CCP mit herkömmlichen Liniensorten verglichen. Die Einzelkostenfreie Leistung (€/ha) der CCP liegt etwa auf dem Niveau ökologisch gezüchteter Sorten bei einer etwas besseren Stabilität. Jedoch sind sie konventionellen Sorten klar unterlegen, was aber auch mit dem Alter und Leistungspotenzial der zur Populationsherstellung verwendeten Elternsorten zusammenhängen kann
Anpassungsprozesse in der Frühentwicklung von Weizenpopulationen über 11 Generationen an das Anbausystem
Eine wichtige Anpassung an den ökologischen Anbau ist eine zügige Frühentwicklung und ein Wurzelsystem, das an organische Düngung angepasst ist. Eine Halbdiallelkreuzung aus insgesamt 20 europäischen Winterweizensorten wurde 2001 hergestellt und insgesamt drei Subpopulationen aus neun Hochertragseltern (CY), eine mit 12 Backqualitätseltern (CQ) und eine aus allen Eltern (CYQ) zusammengestellt. Seit der F5 wird Saatgut unter konventionellen und ökologischen Anbaubedingungen in jeweils zwei parallelen Populationen getrennt nachgebaut. Saat jeder Generation wird bei -20o C aufbewahrt. Für die Versuche wurden Generationen F6, F10, F11, F15 in einem Feld zu F6.1, F10.1, F11.1, F15.1 vermehrt. Frisches Saatgut wurde im Hydrokultursystem zwei Wochen bei 18/12 oC (Tag/Nacht) angebaut und die Wurzel- und Sproßlängen und Gewichte gemessen. Von der F6.1 zur F15.1 verlängerten sich die Seminalwurzeln unter ökologischen aber nicht unter konventionellen Bedingungen signifikant. Eine Ausnahme stellt die F11.1 Generation dar, die in der F11 extremem Kahlfrost durchlitten hatte und unter beiden Anbaubedingungen deutlich kürzere Wurzeln produzierte als ein Jahr zuvor oder vier Jahre später. Die Seminalwurzellänge in den konventionell angebauten Y CCPs signifikant kürzer als in den ökologisch angebauten. Im Gegensatz dazu unterschieden sich die Q Populationen nicht, während sich die YQ Populationen unter ökologischen Bedingungen wie die Q CCPs verhielten, unter konventionellen Bedingungen aber eine Zwischenposition zwischen Y und Q einnahmen. Insgesamt nahmen die Sproßlängen in allen Populationen leicht zu in den ersten vier Generationen und blieben danach gleich. Die CCPs zeigen auch nach 15 Generationen konsistent ihre ursprünglichen genetischen Unterschiede. Der Nachbau in großen Parzellen kann die genetische Breite der CCPs auch durch einmaligen Extremereignisse grundsätzlich erhalten
Das Ertragsniveau von Composite Cross Winterweizenpopulationen mit unterschiedlichen Managementhistorien in zwei Bodenbearbeitungssystemen
Die Züchtung heterogener Composite Cross Populationen (CCPs) und ihre darauffolgende Anpassung an lokal vorherrschende biotische und abiotische Stressfaktoren hat zum Ziel, die Ertragsstabilität und Resilienz des Weizens zu steigern. Die Ertragsleistung von sechs CCPs mit identischem genetischen Hintergrund aber unterschiedlichen Managementhistorien wurde in einem Langzeitversuch mit verschiedenen Bodenbearbeitungs- und Düngungssystemen getestet. Diejenigen CCPs, die seit 2005 konventionell angebaut wurden, erzielten einen signifikant höheren Ertrag unter Pflug- als unter Minimalbodenbearbeitung. Für die seit 2005 ökologisch angebauten CCPs konnte kein signifikanter Ertragsunterschied zwischen den Bearbeitungssystemen festgestellt werden. Die seit 2008 in einem Breitsaatverfahren ohne Unkrautkontrolle angebauten ökologischen CCPs waren sogar tendenziell ertragsstärker unter Minimalbodenbearbeitung. Daraus ergibt sich, dass die jeweiligen Selektionskräfte, die durch langfristiges Management auf die CCPs eingewirkt haben, zu einer unterschiedlichen Anpassung an spezifischen Umweltbedingungen geführt haben
Produktionsrisiko im ökologischen Winterweizenanbau – Composite Cross-Populationen vs. Liniensorten
Diversität im Anbausystem wird vielfach als Schüssel für stabile Erträge und ein resilientes Produktionssystem gesehen. Die evolutionäre Pflanzenzüchtung und der Anbau von genetisch stark heterogenen Composite Cross Populationen (CCP) sind ein Ansatz die Diversität zu steigern mit dem Ziel stabilere Erträge zu erwirtschaften. Ein Trade-off besteht allerdings zwischen einem kurzfristig hohen Ertragspotenzial bei Liniensorten und potentiell langfristiger Ertragsstabilität von CCP – auch unter Extrembedingungen. Mit einer Leistungs-Kostenrechnung und einem stochastischen Ansatz (Monte Carlo Simulation) werden in dieser Studie die Leistung und das Produktionsrisiko von CCP mit herkömmlichen Liniensorten verglichen. Die CCP zeigten eine relativ geringe Streuung der Ergebnisse. Insbesondere das Risikoprofil der CCP YQII dominierte im Szenario mit N-Düngung 5 der Referenzsorten
Winterweizen Composite Cross Populationen im Ökolandbau – Stärken und Schwächen aus Sicht von Supply Chain Akteuren
Genetisch diverse Composite Cross Populationen (CCP) können helfen, Anbausysteme an sich verändernde Bedingungen anzupassen und biotische/abiotische Stressfaktoren zu puffern. Vor allem der Ökolandbau könnte von heterogenen Populationen und deren Anpassungsfähigkeit profitieren. Zurzeit kann auf Basis einer EU-Richtlinie Populationssaatgut z.B. von Weizen in den Verkehr gebracht werden. Aktuelle Änderungen der EU-Vorschriften sollen den Vertrieb von Populationen ab 2021 zumindest im Ökosektor ermöglichen. Es bleibt die Frage, ob und wie Populationen in der Praxis angenommen werden. Diese Studie untersucht mithilfe qualitativer Methoden die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von Winterweizenpopulationen aus Sicht der Akteure entlang der ökologischen Wertschöpfungskette. Das Ziel sind Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Arbeit mit (Winterweizen-)Populationen und somit ein Beitrag zur Akzeptanz innovativer Composite Cross Züchtungen
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