271 research outputs found

    Marsilio Ficino in Deutschland und Italien. Renaissance-Magie zwischen Wissenschaft und Literatur

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    Die Tagung behandelte verschiedene Fragen zur besonderen Rezeptiosnsituation der Werke von Marsilio Ficino in Deutschland und in Italien. Die gehaltenen Vorträge widmen sich wenig behandelten Fragen der Ficino-Forschung. Die Tagung erfolgte innerhalb des besonderen Berliner Forschungsprojekts Episteme in Bewegung (Freie Universität), geleitet von Jutta Emin

    Darstellung und Geheimnis in Mittelalter und Früher Neuzeit

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    Das Mittelalter und die Frühe Neuzeit gelten – teilweise aus unterschiedlichen Gründen – als ‚Zeitalter des Geheimnisses‘ und werden damit von der Moderne als einer ‚entzauberten‘ Epoche abgegrenzt. Wissenschaftliche, theologische und literarische Texte bilden die wesentliche Basis für diese Auffassung. Die Gralszene aus Wolframs von Eschenbach Parzival zum Beispiel stellt für das ‚geheimnisvolle Mittelalter‘ ein Paradebeispiel dar, ebenso die Gattungen der Mystik, das ‚Mysterienspiel‘ oder die Alchemie. In den Mikroanalysen, welche die Beiträge des von Jutta Eming und Volkhard Wels herausgegebenen Bands bieten, geht es nicht darum, diese Paradigmen weiter zu entfalten, sondern um detaillierte Analysen dessen, was auf synchroner und systematischer Ebene konkret unter ‚Geheimnis‘ und ‚Rätsel‘ zu verstehen ist. Leitend dafür ist eine wissensgeschichtliche Fragestellung nach den Formen und den Gründen für Darstellungsmodi von Rätsel oder Geheimnis sowie nach den Funktionen, welche diese für Literatur und Kultur der Vormoderne übernehmen. Es geht nicht darum, die große Erzählung vom Geheimnis als einer Epochensignatur fortzuschreiben, sondern um eine Bestimmung von Geheimnis und Rätsel als Wissensformen und als ästhetische Strategien, mit anderen Worten, als Formen der Darstellung

    Aventiure und Eskapade. Narrative des Abenteuerlichen vom Mittelalter zur Moderne, hrsg. von Jutta Eming und Ralf Schlechtweg-Jahn. Göttingen: V & R unipress (2017)

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    Schumacher M. Aventiure und Eskapade. Narrative des Abenteuerlichen vom Mittelalter zur Moderne, hrsg. von Jutta Eming und Ralf Schlechtweg-Jahn. Göttingen: V & R unipress (2017). Zeitschrift für deutsche Philologie. 2020;139(1):132-135

    Interdisziplinäre Zugänge

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    Dem Konzept der ‚Affordanz‘, das insbesondere durch den Wahrnehmungspsychologen James J. Gibson geprägt wurde, liegt die Auffassung zugrunde, dass der Umwelt und ihren natürlichen wie artifiziellen Objekten ‚Angebote‘ inhärent sind, die von Lebewesen unmittelbar wahrgenommen werden können und einen entsprechenden Umgang mit ihnen ermöglichen. In Designtheorie und Soziologie ist dieser Ansatz breit rezipiert worden, um sowohl Fragen nach einem spezifischen Umgang mit Material als auch nach Handlungsprivilegien im Kontext von Subjekt-Objekt-Dichotomien zu diskutieren. Innerhalb der Kultur- und Literaturwissenschaften wurde das Konzept dazu herangezogen, um die Relationen zwischen Artefakten wie Bildern oder Texten und ihren sozialen wie materiellen Bedingtheiten – gerade in ihrer Wechselseitigkeit – zu bestimmen. Im Hinblick auf die Untersuchung von Texten kommt dem Konzept der Affordanz in seinem Verhältnis zu Form eine zentrale Rolle zu. Der von Jutta Eming, Claire Taylor Jones und Carolin Pape herausgegebene Sammelband widmet sich diesem Konzept. Er geht auf eine im Juli 2022 veranstaltete internationale und interdisziplinäre Tagung zurück und stellt die dort diskutierten Ansätze vor, Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts der Affordanz und seiner Verbindungen zu Formen auszuloten. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen die Affordanzen erzählter Materialitäten innerhalb verschiedener Erzähltexte, außertextueller Objekte wie Ausstellungsgegenständen oder Schrifttypen, spezifischer Gattungen, Textsorten und Schreibweisen sowie textinhärenter Strukturen

    Rez. zu: Der Teufel und seine poietische Macht in literarischen Texten vom Mittelalter zur Moderne. Hrsg. von Jutta Eming und Daniela Fuhrmann. Berlin, Boston 2021

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    Gold J. Rez. zu: Der Teufel und seine poietische Macht in literarischen Texten vom Mittelalter zur Moderne. Hrsg. von Jutta Eming und Daniela Fuhrmann. Berlin, Boston 2021. Theologischen Literaturzeitung. Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Theologie und Religionswissenschaft. 2023;148(1/2):100-101

    'Asynchronien' im Labyrinth der Literatur. Zu Heinrichs von dem Türlin "Crône"

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    Benz M. 'Asynchronien' im Labyrinth der Literatur. Zu Heinrichs von dem Türlin "Crône". In: Eming J, Traulsen J, eds. Asynchronien. Formen verschränkter Zeit in der Vormoderne. Berliner Mittelalter- und Frühneuzeitforschung. Vol 27. Göttingen: V & R unipress; 2022: 191-203

    Verrätseltes Erzählen vom Mysterium. Wer nimmt was auf Munsalvaesche wahr?

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    Benz M. Verrätseltes Erzählen vom Mysterium. Wer nimmt was auf Munsalvaesche wahr? In: Eming J, Wels V, eds. Darstellung und Geheimnis in Mittelalter und Früher Neuzeit. Episteme in Bewegung. Vol 21. Wiesbaden: Harrassowitz; 2021: 125-140

    Ein christlicher Kabbalist liest Ficino: Francesco Zorzi

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    La fortuna di Marsilio Ficino è studiata qui da un punto di vista insolito, in particolare nella vasta opera del francescano osservante Francesco Zorzi. Si mostra, sulla base di un'ampia documentazione, che Zorzi non si limita a numerosi prelievi dalle opere più note di Ficino, ma che ne fa un modello e una fonte anche per la propria singolare concezione della qabbalah. La conoscenza da parte di Ficino delle fonti cabbalistica, in contrasto con quella raggiunta da Pico della Mirandola, fu al più secondaria e marginale, ma questo non impedisce che il maestro fiorentino venisse inteso, specialmente nei campi del sapere che confinano con la magia (non necessariamente sperimentale) come un autorevole punto di partenza per ulteriori speculazioni e discussioni comparative. Ne emerge un Ficino continuato, più che redivivo, nell'opera dello Zorzi

    Der Transfer in die Volkssprache: das "buch des lebens" des Johannes Adelphus Muling

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    Die Rezeption der Werke Marsilio Ficinos, zuvorderst seines De triplici vita, setzt in den deutschsprachigen Territorien bereits an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert ein und verortet sich in zwei unterschiedlichen Diskurstraditionen: Einmal dem gelehrt-künstlerischen Diskurs, dessen Träger in den Humanistenkreisen des Wiener Hofes (Cuspinian) und der süddeutschen Reichsstädte (Peutinger in Augsburg, Pirckheimer in Nürnberg) zu lokalisieren sind und in dessen Umfeld der berühmte Dürer-Stich „Melencholia I“ entsteht. Zum anderen der volkssprachlich-populärwissenschaftliche Diskurs, dessen materielle Basis die zuerst 1505 bei Johann Grüninger in Straßburg unter dem Titel Buch des lebens gedruckte deutsche Übersetzung des De triplici vita liefert; ihr Autor, der Straßburger Arzt und Humanist Johannes Adelphus Muling, besorgte außerdem 1507 für die Offizin Johann Knoblochs d. Ä. eine Edition von Ficinos De religione christiana. Die sechs Nachdrucke vom Buch des Lebens allein bis 1537 verweisen auf eine verlegerische Erfolgsgeschichte, die der These von der einschneidenden Unterbrechung der Ficino-Rezeption durch die Reformation eher zuwiderläuft. Tatsächlich markiert der sprachliche Transfer von Ficinos Werk allerdings dessen nachhaltige Umbettung in einen „heilpraktisch“-diätetischen Diskurs, der an die Tradition der spätmittelalterlichen Fachliteratur anknüpft und eine sukzessive, in der Überlieferungsgeschichte des Texts manifest werdende Ablösung des „fachlichen“ medizinischen Inhalts von den (neuplatonischen) philosophischen Konzepten mit sich bringt, die Ficinos eigenen therapeutischen Diskurs tragen. Das betrifft insbesondere die zentrale Melancholievorstellung, die in der deutschsprachigen Rezeption weitestgehend an die pathologischen Begriffe der „acedia“ oder „tristitia“ assimiliert wird. Als weiterer Resistenzfaktor gegen die Wirksamkeit von Ficinos Affektlehre erweist sich zudem die zeitgleiche Rezeption stoischen Gedankenguts, die im Zuge der Reformation nachhaltig gestärkt wird und schließlich in die akademische Neubegründung des Stoizismus mündet. Innerhalb der volkssprachlichen Literatur vollzieht sich diese Rezeption am Beginn des 16. Jahrhunderts an der Nahtstelle zwischen medizinischem und moraldidaktischem Diskurs; als wesentlicher Referenztext fungiert die deutsche Übersetzung von Senecas Sittlichen Zuchtbüchern (mit dem Schlüsseltext De ira), die 1536 wiederum in Straßburg erscheint. Über dessen Autor, den humanistisch gebildeten Arzt Michael Herr aus Speyer, einen Schüler des Leibarztes Maximilians I., Georg Tannstetter, lässt sich wiederum der Bogen zum Wiener Humanistenkreis und der dortigen Ficino-Rezeption zurückschlagen, gab Herr doch 1531 in Straßburg auf der Grundlage seiner Vorlesungsmitschriften Tannstetters Artificium heraus, das zum führenden Lehrbuch der medizinischen Astrologie seiner Zeit avancierte
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