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Technologietransfer am Beispiel von DABA 1600
DABA 1600 war die DDR-Eigenentwicklung eines relationalen Datenbankmanagementsystems (DBMS) für PDP-11-kompatible Systeme wie dem Kleinrechner robotron K1630. Es wurde in den achtziger Jahren in Kooperation vom Zentrum für Forschung und Technik (ZFT) des Kombinates Robotron, später dem Betrieb Robotron-Projekt Dresden (RPD) und der Sektion Informationsverarbeitung der Technischen Universität Dresden entwickelt. Ab 1988 wurde es verkauft und fand bis zur Wende vorwiegend im Inland etwa 100 Anwendungen. Aus heutiger Sicht ist die Entwicklung eines kommerziellen Datenmanagementsystems in Deutschland und insbesondere gemeinsam mit einer Universität etwas Undenkbares. In der DDR war es ein Beispiel für die unmittelbare Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Diese Form von Technologietransfer wird von dem ehemaligen Robotron-Themenleiter und einer ehemaligen Forschungsstudentin der TU Dresden mit dem Abstand von zwei Jahrzehnten kritisch betrachtet
N. J. Lehmann – sein Wirken für die Informatik in der DDR
In dem Buch „Die Vergangenheit der Zukunft: Deutsche Computerpioniere“ wird auch N. J. Lehmann zusammen mit einem von Zuse gemalten Portrait vorgestellt. Diese Ehrung basiert dominierend auf seinem Wirken als Konstrukteur und Erbauer der D-Rechenautomaten an der TU Dresden in den 50-er und 60-er Jahren. Das wissenschaftliche Werk von N. J. Lehmann muss aber wesentlich weiter gefasst werden. Das Spektrum seiner Arbeiten reicht von seiner Pionierrolle in der Rechenaotomatenkonstruktion über grundlegende Arbeiten im Bereich der Numerischen Mathematik, Arbeiten zu einer sprachlich geführten Programmierungstechnologie bis hin zur Computer-Analytik, als deren Begründer er international angesehen wird. Das Anliegen dieses Vortrages besteht nicht darin, dieses vielseitige Wirken überblicksmäßig zu würdigen. Insbesondere sollen hier seine in der internationalen Fachwelt hoch angesehenen mathematischen Beiträge auf dem Gebiet der Diifferential- und Integralgleichungen außen vor bleiben, sondern es geht um die von ihm und seinen Mitarbeitern am ehemaligen Institut für Maschinelle Rechentechnik und dem späteren Wissenschaftsbereich Mathematische Kybernetik und Rechentechnik der TU Dresden erbrachten Leistungen, die einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Informatik in der ehemaligen DDR darstellen
Adam Rieses Visionen oder: Der lange Weg zum ESER
Die Informatik als Wissenschaft entstand unzweifelhaft im Zusammenhang mit der Erfindung und Entwicklung des Computers. Die von Konrad Zuse in den 40-er Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts aufgenommenen Arbeiten stehen dafür ebenso, wie jene in England und den USA. Nachdem schließlich erkannt wurde, dass derartige Instrumentarien zur Verarbeitung von Informationen nicht nur „schwachstromtechnischer Begeisterung“ oder „mathematischem Pflichtgefühl“ (Heinz Zemanek, 1955) zu gehorchen hatten, sondern ggf. hohen Nutzen versprachen, gewann die Entwicklung endlich an Fahrt. Retrospektiv wird oft außer Acht gelassen, dass diese initialen Ereignisse eine reiche Vorgeschichte aufzuweisen haben, die ihre Ausprägung insbesondere in der Entwicklung des Rechnens, mithin der Mathematik, und der Entwicklung und Handhabung von Rechenhilfsmitten und Rechenmaschinen erfuhr. Die Computerentwicklung zehrte von diesem Baumaterial, das quasi von vielen Disziplinen verfügbar gemacht wurde und schließlich zu vollkommen andersartigen Bedingungen zusammenfand. Für Sachsen lässt sich eine erstaunliche Vielfalt an derartigen Leistungen nachweisen, beginnend mit der Abfassung populärer Rechenbücher durch Adam Ries und Peter Apian sowie erfolgreichen Versuchen zur Konstruktion von Vierspeziesrechenmaschinen durch Gottfried Wilhelm Leibniz und Jacob Leupold bis hin zur Begründung der deutschen Rechenmaschinenindustrie durch Arthur Burkhardt im erzgebirgischen Glashütte. Nicht zuletzt lieferten die mit Beginn des 20. Jahrhunderts gegründeten sächsischen Rechenmaschinenfrmen das ideelle und technische Know-how für die in den 50-er und 60-er Jahren etablierte moderne Rechen- und Büromaschinenindustrie. Ein Großteil dieses "Erfahrungskapitels" mündete schließlich in die Entwicklung von Systemen zur Daten- und Informationsverarbeitung, die durch das ESER ihren gesellschaftsbedingten Abschluss fanden. Der Beitrag nimmt die Leistungen der frühen Zeit in den Zirkel, um die historische Bedeutung der Gelehrten, Erfinder und Ingenieure als Voraussetzung für eine moderne , hauptsächlich in Sachsen etablierte, Computerindustrie zu würdigen
Die Entwicklung von Datenbanksystemen für die Verwaltung strukturierter Daten im Kombinat Robotron
Der Beitrag behandelt die Entwicklung von Datenbanksystemen für die Verwaltung strukturierter Daten, die im Kombinat Robotron mit dessen Gründung 1969 ihre Anfänge fand und im Verlauf der folgenden 20 Jahre zur fachlich und wirtschaftlich bedeutsamsten Eigenentwicklung im Ostblock wurde. Die Hauptlinie bildete das Datenbankbetriebssystem/Robotron (DBS/R) mit mehr als 200 Anwendern, dem ab 1985 die Entwicklung des Systems INTERBAS folgte
Zur Entwicklung der Fertigungsinformatik in der DDR
Im Beitrag wird aufgezeigt, wie innovative Komponenten der Angewandten Informatik in den 80 er Jahren in der DDR zur Entwicklung der Fertigungsinformatik für die Ausbildung, Forschung und praktische Nutzung bis zur Gegenwart führten. Zunächst wird an den Beitrag vom 2. Symposium 2006 in Erfurt [Kr06] zur Entwicklung und Anwendung der Analog-, Hybrid– und Digital-Rechentechnik angeknüpft. Danach erfolgte eine Veranschaulichung und Begründung der Entwicklungsaspekte der Fertigungsinformatik an Hand Rechnergestützter Systeme derEntscheidungsfindung mit Simulation und Optimierung von Fertigungsprozessen in CAD/CAM/CIM. Dabei werden kritisch die Hemmschwellen herausgearbeitet, die es vor und nach der Wende 1990 zur gezielten Profilierung der Fertigungsinformatik für Maschinenbau-Ingenieure gab
Betriebssysteme erfahren – erleben – begreifen – verstehen
1982 wurde der Lehrstuhl „Betriebssysteme“ an der Sektion „Informationsverarbeitung“ der TU Dresden eingerichtet und zur Besetzung ausgeschrieben, die schließlich 1984 erfolgte. Betriebssysteme sind Systeme, die durch menschliche Sinne nicht wahrnehmbar sind und sich damit einer direkten Beobachtung und Beeinflussung von außen entziehen. In der universitären Lehre haben sich international einige Herangehensweisen herausgebildet, die mit mehr oder weniger Erfolg praktiziert wurden und werden. Im Vortrag wird darauf näher eingegangen und insbesondere die Betriebssystemlehre an der TU Dresden vor und nach 1990 dargestellt. Parallel dazu wird an geeigneten Stellen auf einige Vorurteile und Falschaussagen über den universitären „Mikrokosmos“ eingegangen. Der Beitrag soll dessen Dokumentation unterstützen, natürlich subjektiv aus der Sicht eines unmittelbar Beteiligten
Über ein „Prinzip der strikten simultanen Rekursion“ beim Entwurf von Rechnerarchitekturen und -arithmetiken
Über eine Mitte 1988 begonnene Studienarbeit zum Entwurf digitaler Verarbeitungsprinzipien der Numerik am Institut für Informatik und Rechentechnik der ADW, über ihre Orientierung und Ergebnisse, den thematischen Bruch durch die Wende und den Abbruch bei der Auflösung des Instituts wird unter heutiger - durch viele spätere Erkenntnisse bereicherter - Sicht berichtet. Erkenntnisse über Zusammenhänge der phänomenologischen und abstrakten Modellierung und über die algebraischen Grundlagen des effizienten maschinellen Rechnens bilden den zweiten Teil des Berichtes. Ihre Verwendung in Theorie und Lehre heute wäre ein kleines Stück dessen, was von der Informatik in der DDR bliebe
Entwicklung der Software für Heim-, Klein- und Bildungscomputer als Basis für die Ausbildung in Schulen uund Berufsschulen der DDR
Der Vortrag berichtet über die Entwicklung der Systemsoftware und der Programmiersprachen für die Heim-/Kleincomputer der Serie KC 85/ KC 87 und den Bildungscomputer BIC A5105. Die Computer KC 85/ KC 87 wurden zunächst als Heimcomputer konzipiert, später aber auf staatlichen Beschluss vor allem in der Ausbildung und der Industrie eingesetzt, während die Bildungscomputer vorn vornherein ausschließlich für unterschiedliche Anforderungen des Bildungswesen ausgelegt wurden. Unter diesen Gesichtspunkten ist auch die bei Robotron Meßelektronik in Dresden durchgeführte Softwareentwicklung zu sehen, die vor allem Basislösungen und Demonstartionsbeispiele für die genannten Anwendungen bereitstellen sollte. Unter Bachtung der durchaus beschränkten Hardware-Möglichkeiten (verfügbare Bauelemente, externe Programmspeichermedien, Monitore) dieser Computer entstand eine Reihe eigenständiger Software, die sich an internationalen Entwicklungen orientierte (Sprachsyntax, Schnittstellen). Vielfältige Kooperationen mit Firmen und dem Bildungswesen der DDR erweitern die Anwendungsmöglichkeiten wesentlich
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