1,721,012 research outputs found
Zwischenstopp Folgeunterkunft: Stillstand oder Integration? Das Beispiel „Sophienterrasse“ in Hamburg - Harvestehude
Diverse open-air markets within transformation processes - the case of post-soviet Tallin
15.090 I Strukturen, Narrative und Mechanismen der Wohnungssuche wohnberechtigter Geflüchteter in Hamburg
15.090 wohnberechtigte wohnungslose Geflüchtete leben im Juli 2019 in Hamburger Folgeunterkünften. Im Schlaglicht des massiven Mangels an vor allem bezahlbarem Wohnraum in deutschen Städten gehören Geflüchtete zu den Wohnungssuchenden mit den geringsten Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt und müssen oft Jahre in öffentlicher Unterbringung ausharren. Doch erst durch ein Zuhause wird ein Überlebensraum zum Lebensraum. Und so steht die Frage, inwiefern Menschen an einem Ort ankommen und an der Gesellschaft teilnehmen können, in direktem Zusammenhang mit ihren Teilhabemöglichkeiten auf dem Wohnungsmarkt.
Die Arbeit betrachtet Implikationen, Mechanismen, Handlungsfähigkeiten, Strukturen und Politiken einer Wohnungssuche Geflüchteter in Hamburg und stellt neben der lokalen Ausgangslage auf die Suche einwirkende Vektoren heraus. Die explorative Forschung zeichnet individuelle Suchbiografien Geflüchteter sowie die Positionen wohnungsgebender und institutioneller Akteur:innen nach. Drei Exkurse kontextualisieren die Erkenntnisse theoretisch und erschließen neue Bedeutungsebenen des Wohnens, der Marginalisierung Geflüchteter auf dem Wohnungsmarkt sowie temporärer Aushandlungsräume.
Die Ergebnisse zeigen auf, an welchen Stellen und in welcher Form sich die Zugangsschwierigkeiten Geflüchteter zum Wohnungsmarkt in Hamburg manifestieren und stellen eine Passivierung und hegemonial auferlegte Handlungsunfähigkeit Geflüchteter während ihrer Wohnungssuche heraus. Sie offenbaren zudem einen massiven Mangel an Wohnraum für vordringlich Wohnungssuchende sowie die Passivität seitens der Wohnungswirtschaft und der Behörden, diesem entgegenzutreten.
Durch das Sichtbarmachen sowohl des Prozesses als auch der Strukturen der Wohnungssuche Geflüchteter werden Grenzen und Fehlstellen sowie darauf aufbauend Chancen eruiert und schließlich in Form einer Montage diskutiert. Mit dem Ziel, Potentiale aufzudecken, die die Wohnraumsuche Geflüchteter in Hamburg positiv beeinflussen können, versteht sich diese Arbeit somit auch als Beitrag zu einer wohnungspolitischen Debatte
Wohnungsgenossenschaften im gesellschaftlichen Wandel
Demografische und gesellschaftliche Entwicklungen verändern die Anforderungen an das Wohnen und stellen damit auch Wohnungsgenossenschaften vor neue Herausforderungen.
Diese Herausforderungen der Wohnungsgenossenschaften im gesellschaftlichen Wandel zu untersuchen war das Ziel dieser Forschungsarbeit. Dabei sollten sowohl die Handlungsemp-fehlungen der Geschäftsbetriebe als auch die Mitgliederinteressen berücksichtigt werden.
Als Forschungsstil wurde die Grounded Theory Methodologie (GTM) gewählt.
Die Auseinandersetzung mit der demografischen Entwicklung und den Wohnungsmärkten in Deutschland hat große Unterschiede in den Regionen aufgezeigt, die dazu führten, die gesam-te Untersuchung auf den Hamburger Wohnungsmarkt auszurichten. Mit dieser Entscheidung sollte ausgeschlossen werden, dass Ergebnisse durch unterschiedliche politische und wirt-schaftliche Rahmenbedingungen, Marktlagen und demografische Entwicklungen in verschie-denen Regionen beeinflusst werden.
An zwei untersuchten Fällen wurden quantitative und qualitative Analysen vorgenommen. Dazu wurden u. a. mit Verantwortlichen der Geschäftsbetriebe Expertengespräche geführt sowie „Wisdom Councils“ mit den Mitgliedern dieser Genossenschaften durchgeführt, um anschließend die Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.
Aus der Untersuchung ergeben sich sowohl unterschiedliche Handlungsstrategien als auch unterschiedliche Mitgliederwünsche, die jedoch in beiden Fällen mit der jeweiligen Unter-nehmensphilosophie übereinstimmen. Dadurch kann aufgezeigt werden, dass unterschiedliche Strategien im gesellschaftlichen Wandel möglich sind, solange sie mit den Mitgliederinteres-sen übereinstimmen. Als Kernkategorie im Sinne der GTM ergibt sich, dass die Mitglieder so lange wie möglich in ihren Wohnungen bzw. ihrem Wohnumfeld bleiben wollen. Die Analyse hat verdeutlicht, dass sich beide Genossenschaften mit gesellschaftlichen Herausforderungen auseinandersetzen und in ihren Handlungskonzepten die Möglichkeit eines lebenslangen Wohnens berücksichtigen. Aus dem Untersuchungsergebnis wurde ein Modell entwickelt, das die Einflussfaktoren der Handlungskonzepte im gesellschaftlichen Wandel darstellt. Ein wei-teres Modell beschreibt, wie die Mitglieder selbst Einfluss auf die Handlungskonzepte im gesellschaftlichen Wandel nehmen können.
Die Potenziale liegen neben einer nachhaltigen, guten, sicheren und sozialen Wohnraumver-sorgung zu bezahlbaren Mietpreisen in den Genossenschaftsprinzipien. Wohnungsgenossen-schaften können durch die Selbstverwaltung flexibel auf den gesellschaftlichen Wandel rea-gieren und die Herausforderungen meistern.Developments in demographics and of society are changing the demands as far as housing is concerned and thereby also pose new challenges for housing cooperatives.
It was the aim of this PhD thesis to analyse these challenges. In doing so, both the recommendations for action for the business operations and the interests of the members need to be taken into consideration. The Grounded Theory Methodology (GTM) was chosen as the form of research.
The examination of the demographic development and the housing markets in Germany has shown big differences amongst the regions. As a consequence, the entire examination was based on the housing market in Hamburg. This decision is meant to ensure that results are not influenced by different political and economic frame conditions, market situations and demographic developments in different regions.
Quantitative and qualitative examinations were carried out in two examined cases. For this purpose, amongst others, expert discussions were held with the responsible for the business operations. Also, “wisdom councils” with the members of these cooperatives were carried out, in order to subsequently be able to compare the results with each other.
The analysis shows both different strategies of action as well as varying wishes of the members which in both cases, however, are in accordance with the respective business philosophy. Thereby it can be demonstrated that different strategies in the change of society are feasible as long as they are in accordance with the members’ interests. As core category in the sense of the GTM it can be concluded that members wish to stay in their flats or, respectively, their surroundings as long as possible. The analysis made it clear that both cooperatives deal with the challenges of society and take the possibility of lifelong habitation into consideration in their concept for action. By using the result of the examination, a model was developed that shows the influencing factors of the concepts of action in the changes of society. A further model describes how the members themselves can influence the concepts of action in the changes of society.
The potentials lie in the principles of the cooperatives as well as in a sustainable, good, secure, social supply of housing space with affordable rents. With self-administration housing cooperatives can react flexibly to the changes in society
Collaborative Art Practices in Urban Spaces. An interdisciplinary study of the project ARTECITYA in Thessaloniki
Die Dissertation untersucht die Rolle von Socially Engaged Art (SEA) in der Gestaltung und Wahrnehmung öffentlicher, urbaner Räume. Neben der Darstellung der Entwicklung von SEA sowie einer theoretischen Auseinandersetzung mit dieser Kunstform bietet die Arbeit im ersten Teil einen Überblick über den bestehenden Diskurs zu SEA-Projekten an der Schnittstelle zur Stadtgestaltung und zu urbanen Entwicklungen. Im zweiten Teil der Arbeit wird anhand kunstsoziologischer, kunstphilosophischer und kunstkritischer Ansätze eine interdisziplinäre Forschungsperspektive entwickelt, die die Beschreibung und Analyse von SEA unter Berücksichtigung der verschiedenen Dimensionen des öffentlichen Raumes ermöglicht sowie ästhetische und gesellschaftliche Aspekte von SEA berücksichtigt. Im dritten Teil der Arbeit wird das Projekt „ARTECITYA. Envisioning the City of Tomorrow” exemplarisch untersucht. Dieses EU-Projekt hat im Zeitraum 2014-2018 in Thessaloniki sowie zeitgleich in sieben anderen europäischen Städten stattgefunden und zielte darauf ab, mit Socially Engaged Art auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmte Ideen für eine lebenswerte Stadt zu entwickeln und vorbildlich umzusetzen. Die ästhetischen und gesellschaftlichen Qualitäten dieses Projekts werden herausgearbeitet und deren Beitrag zu einer partizipativen Stadtentwicklung analysiert. Untersucht werden dabei die Rollen von Künstler*innen, kulturellen Organisationen und Stadtverwaltungen und neu entstehende Formen der Kollaboration. Die empirische Untersuchung zeigt, dass SEA-Projekte politische Handlungen sein können, die zur Bildung neuer Initiativen und zur Veränderung von Denk- und Handlungsweisen beitragen. Die Stärke von SEA liegt in der Anregung, über Zugang, Verhalten und Qualitäten öffentlicher Räume nachzudenken und bekannte Probleme auf neue Weise zu thematisieren. SEA-Projekte gestalten urbane Räume insbesondere durch ihre prozesshafte, partizipative und oft temporäre Natur. Dabei nutzen sie eine Vielzahl künstlerischer und pädagogischer Praktiken, um ihre Ziele zu erreichen, wobei die lokale Kontextsensibilität für den Erfolg entscheidend ist. Deutlich wird, dass sich SEA-Projekte weniger für materielle Veränderungen eignen, jedoch wichtige Impulse für gesellschaftliche Raumveränderungen durch neue Bedeutungszuschreibungen und Erfahrungen setzen können. SEA-Projekte nutzen ästhetische Strategien, um die symbolische Dimension des urbanen Raumes temporär zu verändern, wobei die Langzeitwirkung von der Symbolkraft und Verbreitung der Aktionen abhängt. SEA adressiert ebenfalls die soziale Dimension des urbanen Raumes, indem sie die Erfahrung gemeinsamen Handelns fördert und zur Wahrnehmung öffentlicher Räume als gemeinsame Welt beiträgt. Eine Herausforderung für SEA-Projekte stellt die Beeinflussung der regulativen Dimension urbaner Räume dar. Effektive SEA-Strategien beinhalten die Bildung von Allianzen und die Einbindung in Prozesse der Urban Governance, um Einfluss auf städtische Planung und Machtverhältnisse zu nehmen.
SEA-Projekte sind, so zeigt die Studie, in vielerlei Hinsicht anspruchs- und voraussetzungsvoll. Zu berücksichtigen gilt, dass SEA als Kunstform eine gesellschaftliche Zweckfreiheit eingeschrieben ist. Erst durch ihre Zweckfreiheit wird sie im zweiten Schritt gesellschaftlich relevant und zu einem „fait social“ (Theodor W. Adorno). Diesen Umstand sollte die Konzeption von SEA-Projekten berücksichtigen. Abschließend gibt die Dissertation einen Ausblick auf offene Forschungsfragen und empfiehlt eine vergleichende Studie, die von dem erarbeiteten Analyseansatz ausgehen könnte.This PhD thesis examines the role of Socially Engaged Art (SEA) in shaping and perceiving public urban spaces. The first part presents the development of SEA, engages theoretically with this form of art, and provides an overview of the existing discourse on SEA projects at the intersection of city planning and urban development. The second part focuses on the development of an interdisciplinary research perspective using sociological, philosophical, and critical approaches to this art form. This perspective allows for the description and analysis of SEA, considering various dimensions of public space and taking into account both aesthetic and societal aspects of SEA. The third part of the the thesis is dedicated to the exemplary analysis of the project “ARTECITYA. Envisioning the City of Tomorrow”, which took place in Thessaloniki and simultaneously in seven other European cities during 2014-2018. The project aimed to find a locally adapted approach through SEA that could develop and exemplify ideas for a liveable city. The aesthetic and social qualities of this project are elaborated upon, showing how they contribute to participatory urban development. It also examines the roles of artists, cultural organizations, and city administrations in such a project and the new forms of collaboration that emerge.
The empirical study reveals that SEA projects can be political actions contributing to the formation of new initiatives and changes in thinking and behaviour. The strength of SEA lies in stimulating reflections on access, behaviour, and the qualities of public spaces, and addressing known problems in new ways. SEA projects shape urban spaces particularly through their process-oriented, participatory, and often temporary nature. They use a variety of artistic and educational practices to achieve their goals, with sensitivity to local contexts being crucial for success. It becomes clear that SEA projects are less suitable for material changes but can provide important thoughts for social spatial changes through new attributions of meaning and experiences. SEA projects use aesthetic strategies to temporarily alter the symbolic dimension of urban space, whereas their long-term effects depend on the symbolic power and dissemination of actions. SEA also addresses the social dimension of urban space by promoting the experience of collective action and the perception of public spaces as a shared world. A challenge for SEA projects is influencing the regulatory dimension of urban spaces. Effective SEA strategies involve forming alliances and integrating into urban governance processes that influence urban planning and power relations.
This thesis shows that SEA projects are demanding and require prerequisites in many respects. It should be considered that SEA as an art form is characterized by its purposelessness. Only through its purposelessness does it become socially relevant and a “fait social”(Theodor W. Adorno). This aspect should be considered in the conception of SEA projects. Finally, the dissertation provides an outlook on open research questions and recommends a comparative study that could start from the developed analytical approach
Stadtvorstellungen von jungen Pfadfindern : eine temporäre Zeltstadt als Experimentierraum für partizipative und aktive Stadtgestaltung
The Role of Laws and Regulations in Shaping Gentrification: The case of Beirut
It has been long established in gentrification studies that laws and regulations support and foster gentrification, but little research was conducted on their influence on this transformation beyond this initial phase. Therefore, this thesis is set to examine the laws’ role in the gentrification process as a whole. To reach this objective, this paper will consider the impact of laws and regulations on the form that gentrification takes. This role is examined in three cases of gentrification in Beirut: the complete gentrification of the city center through a reconstruction process, a residential gentrification based on the construction of upscale high rises, and an economic form of gentrification related to a boom in the food and beverage, and creative industries. In these three cases the role of laws and gentrifications varied substantially, but as they created an appropriate setting for the development of gentrification, they also determined how these gentrifications developed, and even dictated to a considerable extent the outcome of these transformations. Gentrification proceeded aided by the legislations that assured maximum profit. In turn, gentrification is conditioned by these legislations and subject to them. Throughout this thesis, the rent gap theory — the gap between current and potential capitalized land rent — was used to analyze the role of laws and regulations in the gentrification process. The findings of this thesis provide a basis for developing this theory. Finally, the geographical location of Beirut in the so-called global south could raise several questions, as gentrification studies were developed in the Western world and in a context of advanced capitalism. This thesis argues that the global north-south divide is a false dichotomy, and what is of most relevance to gentrification studies is to examine the politico-economic core of the issue, rather than adopting a forced geopolitical perspective
Der Umgang mit Heterogenität in der fragmentierten Region : über den Wandel einer fordistisch modellierten Stadtlandschaft und mögliche Perspektiven für den Umgang mit dem Raum in der metropolitanen Peripherie nördlich von Hamburg
Diese dichte Beschreibung behandelt auf der Grundlage des Regulationsansatzes den Wandel einer fordistisch, also arbeitsteilig und funktionstrennend modellierten Siedlungsstruktur am Beispiel des nördlichen Teils der Stadtregion Hamburg. Die Multi-Methoden-Studie ist als doppelte Mehr-Ebenen-Analyse angelegt und betrachtet jeweils auf kleinräumiger und regionaler Ebene im ersten quantiativen Teil in einer datengestützten Analyse die Strukturen und Entwicklungen der Suburbanisierung. Auf Grundlage der Ergebnisse wird nachfolgend unter regionalen und teilräumlichen Aspekten am Beispiel eines ausgewählten, besonders heterogen strukturierten Landkreises anhand einer Exploration der Umgang mit räumlicher Unterschiedlichkeit in der funktional, d.h. in Bezug auf Wohnen, Arbeiten und Freiraum, sowie verwaltungsräumlich in kleinen Mosaiksteinchen gefügten Region herausgearbeitet. Das Grundgerüst des Raumes bildet seit den 1950er Jahren ein in der Siedlungsstruktur überliefertes und auf dieser Grundlage weitergeführtes funktionsteiliges Zentrale-Orte-System aus strikt gegeneinander abgegrenzten Versorgungsnahbereichen bestehend aus verinselten, kleinen, gleichwertig ausgestatteten Zentren und ihren zugeordneten Einzugsbereichen. Die funktionale Raumstruktur wird jedoch inzwischen vollständig durch die im sog. Hamburger Achsenmodell installierten Siedlungsachsen und Landschaftskeile sowie auf überregionaler Ebene durch räumliche Beziehungen innerhalb des Städtesystems Hamburg-Lübeck-Neumünster dominiert, während das Handeln vor Ort durch enge verwaltungsräumliche Grenzen bestimmt wird. Die Anordnung des Systems erfolgte geographisch auf der Erdoberfläche und berücksichtigt aufgrund ihrer altertümlichen Regulation weder raumzeitliche Veränderungen noch funktionale oder relationale Aspekte, so dass inzwischen ein erheblicher und zumindest vor Ort erkannter Modernisierungsstau entstanden ist. Der Raum konnte zuletzt während der 1990er Jahre einen hohen Gewinn an Bevölkerungssuburbanisierung aus der Kernstadt erzielen und hat sich seit dem Krieg von einem ursprünglich ländlichen Raum in eine durch das Wohnen dominierte regionale Monostruktur mit wenigen kleinen Zentren transformiert, welche von der Kernstadt abhängt und sich vollständig dorthin orientiert. Die Nahbereiche der Region lassen sich in die beiden Strukturtypen Verstädterter Raum und Ländlicher Raum mit je drei Verlaufstypen unterscheiden, welche in einem kleinräumigen Kristallisationsprozess einem Entwicklungspfad der schrittweisen Suburbanisierung mit zuziehender Bevölkerung und späterer Postsuburbanisierung mit einer gewissen Anreicherung von Beschäftigungsmöglichkeiten vom Stadtrand nach außen folgen. Dabei verhindern die Landschaftskeile des Achsensystems eine vollständige Transformation in verstädterte Stadtringe. Spätestens seit den 1990er Jahren hat der Hamburger Stadtrand einschließlich der Achsen nach Neumünster und Lübeck sich zur ökonomisch dominanten Struktur entwickelt, während fast der gesamte Ländliche Raum im Zuge der Metropolisierung den Anschluss verloren hat und funktional schrumpft. Er ist im oberzentralen Städtenetz buchstäblich „durch die Maschen gefallen“. Auf den räumlichen Analyseniveaus ist das Agieren der Gebietskörperschaften und der raumprägenden Subsysteme als Anwendungsbeispiel für das Phänomen der Sozialen Schließung nach Max WEBER anzusehen, welches einen Umgang mit dem Raum hervorgebracht hat, der seinen Zenit in der fordistischen Hochphase der späten 1960er und frühen 1970er Jahre überschritten hat und seitdem mit geringer Innovationsfähigkeit versucht, den seinerzeitigen Zustand zu konservieren. Es wird im Wesentlichen versucht, positive externe Effekte der Suburbanisierung zu erzeugen und zu integrieren, indem andere Akteure vom Umgang mit der aktivierbaren Fläche, vom kulturellen Umgang mit dem gegenwärtigen Raum oder von Ideen des zukünftigen Umgangs mit dem Raum ausgeschlossen werden. Das ruft bei diesen gegenläufig gerichtete Handlungen hervor und wird im Wesentlichen durch Stadt-Umland-Konflikte auf kleinräumiger Ebene ohne gemeinsames räumliches Verständnis über zu Grunde liegende regionale Zusammenhänge symbolisiert. Grundlegendes Problem des Umgangs mit dem Raum ist das Konzept des „Behälterraumes“, so dass Akteure sich nur auf ihren jeweiligen Verwaltungsraum, ein Behälter oder ein Gefäß, in das von außen ein Suburbanisierungsgewinn hinein fließen möge, beschränken können oder müssen und dadurch die Voraussetzungen für eine paradigmatische Steuerung der Raumentwicklung unter regionalen Gewinnerwartungen nicht gegeben sind. Bedeutender ist jedoch der normative Aspekt, dass von den Akteuren nach wie vor die Suburbanisierung als Konzept der Zukunft einer prosperierenden Region angesehen wird, obwohl es sich dabei um die Abbildung einer überkommenen gesellschaftlichen Formation der Nachkriegszeit handelt. Im persistierenden Fordismus befindet sich diese Formation nun als massiv alternde metropolitane Peripherie am Beginn einer krisenhaften Anpassung. Hinzu kommt im modellbezogenen Kontext das Festhalten an der starren punktaxialen Konzeption aus funktional möglichst unverbundenen Inselräumen, die der Raum-Zeit inzwischen nicht mehr entsprechen. Dadurch wird in einer durch Wohnen und Einfamilienhäuser monostrukturierten Region der langen Pendelwege, in der sich bewahrende und modernisierende Kräfte gegenseitig blockieren, eine zukunftsfähige Selbstorganisation limitiert.This thick desrciption deals with the spatial development of an urban landscape north of German metropolis Hamburg that has been strictly modeled as a fordistic central-place system by the spatial planning authority of the German Bundesland Schleswig-Holstein. The general structure of the reviewed region has changed from a rural area in the post-war period into suburbia in the present. Under the process of suburbanisation and urban sprawl within the last five decades the regional fringes are strongly related to the core city either by car or by a radial public transportation system. A data-based regional analysis identified two types each with three subtypes of subspaces according to the longterm process of suburbanisiation, that show intra-regional disparities in a heterogeneous region characterized by both shrinkage and postsuburban enhancement. In a second step a heterogeneous subregion was explored in order to find out, how protagonists deal with these disparities and how they try to shape their subspaces functionally and what kind of attitude they have in order to enforce the development of suburbia or to conserve the rural structure.
As a result there are two tossup forces that try either to change or to conserve the settlement pattern: Spatial planning and cities are trying to concentrate growth in central places while their surrounding and the rural communities still try to enforce urban sprawl by building up new residential areas. As a result they create intense local conflicts in distributing the requested number of new inhabitants which will not lead to a better framing of a more sustainable spatial development. Despite of evidently different requirements due to spatial trends (beginning superannuation of the population, economic shrinking of peripheral subspaces and increasing commuting within an inter-regional city system) the subspaces
still try to benefit from the decreasing suburbanisation process related to the core city Hamburg, although most of those subspaces would need a different strategy to handle their change of structure properly. At the local
level there can be seen a necessity to re-organize the relationship between cities and suburban communities and there can also be seen a necessity to create more and better interweavings between together central-places and their suburbias on the regional level by improving both transportation systems and cooperative subspaces
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