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Unchain the Beast!:Pluralizing the Method of Theorizing
Today, most sociologists claim to be theorizing or use theory in one sense orthe other. However, it is often unclear what this claim means and how suchtheorizing is conducted. A sociologist is a scientist sitting on a stool withthree legs: social theory, qualitative research, and quantitative research. If oneof the legs is in bad shape, the stool might break and the sociologist will falldown. Thus, these main subfields of sociology differ in many aspects, but areinterdependent. In this paper, I will focus on the theoretical dimension of thisinterdependence. My claim is that all three subfields include practices of theorizing, which typically are different in kind. This difference, however, has theform of “know-how” rather than “know-that.” I will therefore try to explicatethe different methods implicated by these different ways of theorizing. Thegeneral aim is to show how the different methods of theorizing can accomplishdifferent things, all of which are crucial for the sociology discipline.Thus, the paper calls for theoretical pluralism.Today, most sociologists claim to be theorizing or use theory in one sense or the other. However, it is often unclear what this claim means and how such theorizing is conducted. A sociologist is a scientist sitting on a stool with three legs: social theory, qualitative research, and quantitative research. If one of the legs is in bad shape, the stool might break and the sociologist will fall down. Thus, these main subfields of sociology differ in many aspects, but are interdependent. In this paper, I will focus on the theoretical dimension of this interdependence. My claim is that all three subfields include practices of theorizing, which typically are different in kind. This difference, however, has the form of “know-how” rather than “know-that.” I will therefore try to explicate the different methods implicated by these different ways of theorizing. The general aim is to show how the different methods of theorizing can accomplish different things, all of which are crucial for the sociology discipline. Thus, the paper calls for theoretical pluralism
Sozialisierte Maschinen. Zur gesellschaftlichen Funktion von Künstlicher Intelligenz
Das beispiellose Entwicklungs- und Verbreitungstempo von Künstlicher Intelligenz deutet auf eine Transformation von grundsätzlicher gesellschaftlicher Bedeutung hin. Bisher ist es der Soziologie jedoch noch nicht gelungen, diese Strukturtransformation überzeugend auf den Begriff zu bringen; wohl auch, weil kein dezidiert soziologischer Begriff von KI vorliegt. Der in diesem Aufsatz unterbreitete Vorschlag lautet, künstlich intelligente Systeme als sozialisierte Maschinen zu begreifen, die funktionsnotwendiges implizites Wissen inkorporieren und ersetzen können. Diese Perspektive eröffnet Einsichten bezüglich der Funktion von KI in der Gesellschaft und zeigt, welche Verschiebungen gesellschaftlicher Kontroll- und Machtverhältnisse zu erwarten sind.
The unprecedented pace of development and diffusion of artificial intelligence seems to mark a transformation of fundamental social importance. So far, sociology has not succeeded in convincingly conceptualizing this structural transformation; probably because there is no decidedly sociological concept of AI. The proposal made in this paper is to conceive of artificially intelligent systems as socialized machines that can incorporate and replace functionally necessary tacit knowledge. This perspective opens up insights regarding the function of AI in society and shows which shifts in societal control and power relations can be expected
Wie viel Toleranz verträgt die Soziologie? Eine kritische Anfrage an Johann August Schülein
Johann August Schülein legt mit seinem Diskussionsbeitrag eine Weiterentwicklung seines ambitionierten Versuches vor, die Ursachen des multiparadigmatischen Zustands der Soziologie auf die Struktur der sozialen Realität selbst zurückzuführen (ausführlich in Schülein 2002). Die Soziologie soll sich ihrer eigenen Identität versichern, indem sie die konstitutiven Strukturen ihres Gegenstandes reflektiert. Im Folgenden möchte ich Schüleins Grundargumentation skizzenhaft nachzeichnen und für eine Interpretation des Vorschlags aus einem pragmatischen Blickwinkel plädieren (1). Das bedeutet vor allem, die gegenstandslogische Begründung in ihrer Rolle als mögliche Grundlage der soziologischen Theoriedebatte zu untersuchen (2). In dieser Funktion muss sich die gegenstandslogische Argumentation von Schülein dem kritischen Vergleich mit anderen Ansätzen – insbesondere der Methodologie des Theorienvergleichs – stellen (3). Zuletzt möchte ich mit und gegen Schülein zeigen, dass seine innovativen Beobachtungen zum Zusammenhang von Theoriestruktur und soziologischer Multiparadigmatik auch ohne eine gegenstandslogische Begründung auskommen und interessante Impulse für die Selbstreflexion der Soziologie liefern können
Theorie aus der Froschperspektive: zu Richard Swedbergs ›theorizing‹: Swedberg, Richard (2014): The Art of Social Theory. Princeton and London: Princeton University Press. 288 Seiten, gebundene Ausgabe, $ 30,95 ISBN: 978-0-691-15522-7
Die Einbeziehung der Anderen? Habermas und die feministische Kritik
Feministische Kritiken an der Unterscheidung von öffentlich und privat und gesellschaftstheoretische Ansätze treffen sich in einem gemeinsamen Interesse am Konzept der Öffentlichkeit. Von den soziologischen Gesellschaftstheorien weist besonders Habermas‘ Theorie des kommunikativen Handelns Verbindungen zu Öffentlichkeitstheorie und emanzipatorischen Erkenntnisinteressen auf. Gerade diese Theorie ist jedoch vonseiten des wissenschaftlichen Feminismus scharf kritisiert worden. Ziel des Vortrags ist, an der Debatte um die Theorie des kommunikativen Handelns zu zeigen, wie soziologische Theorie von feministischer Kritik profitieren könnte.Die feministische Kritik an der TkH liegt auf mehreren Ebenen: Sozialtheoretisch wird ein harmonistischer Bias in der Habermasschen Idee von Verständigung als Ziel von Kommunikation vermutet. Gesellschaftstheoretisch wird angemerkt, dass die Unterscheidung von Lebenswelt und System geschlechtliche Ungleichheiten aus dem Blick verliert, weil die Sphäre der sozialen Reproduktion als bedrohte Lebenswelt privatisiert und idealisiert würde. Mit Bezug auf die Habermassche Öffentlichkeitstheorie wird vermutet, dass das Ideal des öffentlichen Diskurses bestimmte Gruppen benachteiligt, deren Anliegen in der affektneutralen Sprache der desengagierten Deliberation nicht auszudrücken sind.Viele der feministischen Einwände scheinen allerdings bei näherem Hinsehen ihr Ziel zu verfehlen. Habermas hat beispielsweise nie behauptet, dass demokratische Entscheidungen einen faktischen Konsensus der Bevölkerung voraussetzten, oder dass politischer Streit in der Zivilgesellschaft die Form desinteressierter Argumentation annehmen sollte. Die größte Herausforderung für die Habermassche Theorie zeigt sich im Vergleich mit dem Ansatz von Nancy Fraser. Ihre Theorie der Stratifikation der Artikulationschancen im öffentlichen Diskurs bietet einen Zugang zu dem – in der Habermasschen Theorie ungelösten – Problem, wie die Ungleichverteilung der Artikulationschancen in einer Kommunikations- und Öffentlichkeitstheorie berücksichtigt werden kann. Fraser liefert so wichtige Impulse für eine Weiterentwicklung nicht nur dieser, sondern aller soziologischen Kommunikationstheorien, die mit dem Begriff der Verständigung arbeiten
»Methodologien der quantitativen Sozialwissenschaft. Wechselverhältnisse von Theorie, Methodologie und Quantifizierung«
Tagungsbericht zum Workshop "Methodologien der quantitativen Sozialwissenschaft" am 17./18. Februar 2022 (digital), organisiert von Andreas Schmitz, Clemens Kroneberg und Nina Baur
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