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    Soziale Integration von Menschen mit Migrationshintergrund im organisierten Vereinssport

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    Die soziale Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den organisierten Vereinssport gilt als Schlüssel für die Einbindung in eine vielfältige Sportlandschaft und in aussersportliche Gesellschaftsbereiche. Allerdings indizieren Erkenntnisse aus zahlreichen Studien im (inter)nationalen Raum, dass die Integration von Migranten und Migrantinnen nicht per se funktioniert, sondern bestimmte Voraussetzungen erfordert. Gegenwärtig bestehen diverse Forschungslücken zu dieser Thematik. Dies betrifft insbesondere unzureichende Kenntnisse darüber, (1) welche Art von ein- und ausgrenzenden Praktiken bei Migrantinnen hinsichtlich des Zugangs zum organisierten Vereinssport auftreten; (2) wie die Vereinsmitgliedschaft von Migranten überhaupt charakterisiert ist, d.h. die sozial-integrative Einbindung in Sportvereinen; und (3) welche Bedingungsfaktoren für eine gelingende soziale Integration eine Rolle spielen. Kenntnisse hierzu wären vielversprechend, damit Akteure der Sport- und Integrationspraxis Integrationsmassnahmen zielgerichteter ansetzen bzw. weiterentwickeln können. Entsprechend ging die Dissertation in einer qualitativen Teilstudie Praktiken sozialer Grenzziehung von Migrantinnen beim Zugang zum Sport in einem interkulturellen Verein nach. Im Rahmen der quantitativen Teilstudie wurde zunächst ein theoriegeleitetes, differenziertes Messinstrument zur Erfassung der sozialen Integration im Sportvereinskontext entwickelt. Hiermit wurde das Ausmass der sozialen Integration von einheimischen und immigrierten Mitgliedern verschiedener Migrationsgenerationen untersucht, um ein besseres Verständnis über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu gewinnen. Parallel wurde die Rolle vielfältiger individueller sowie teilweise struktureller Merkmale für die soziale Integration immigrierter Vereinsmitglieder überprüft. Basierend auf einem Mehrebenendesign erfolgten auf interaktionaler Ebene zehn Interviews und eine Gruppendiskussion in einem interkulturellen Verein bei Bern. Auf Individuums- und Organisationsebene erfolgten standardisierte, schriftliche Befragungen mit Vereinspräsidenten von 50 Sportvereinen der Deutschschweiz und 780 Sportvereinsmitgliedern (MAlter = 20.62; 37.5 % weiblich; 38.2 % mit Migrationshintergrund). Die Resultate der Fallstudie indizierten vielfältige veränderliche, durchlässige und miteinander verwobene Grenzziehungsprozesse. Diese können jedoch durch bedarfsgerechte Angebotsstrukturen und eine integrationsfördernde Kultur im Verein reduziert werden. Weiter lieferte eine konfirmatorische Faktorenanalyse für das entwickelte Messinstrument mit vier Integrationsdimensionen zufriedenstellende Ergebnisse (χ2/df = 2.19, RMSEA = .06, SRMR = .07, CFI = .92), sodass es vorerst angewendet werden kann. Einfaktorielle Varianzanalysen zeigten auf, dass Vereinsmitglieder der ersten Migrationsgeneration entlang dreier Integrationsdimensionen weniger stark integriert sind als einheimische und immigrierte Mitglieder der zweiten bzw. dritten Generation. Multiple lineare Regressionsanalysen verdeutlichten, dass einige individuelle Merkmale signifikant mit den Integrationsdimensionen zusammenhängen (Mitgliedschaftsdauer, elterliche Sportvereinsaktivität, Wertorientierung, bikulturelle Integrationseinstellung) und somit relevanter für die soziale Integration sind als andere (Identität, Nationalität). Die Dissertation leistet einen wertvollen methodischen und empirischen Beitrag für die Sportorganisations- und sportbezogene Migrationsforschung. Sowohl Sportvereine als auch interkulturelle Vereine stellen chancenreiche Integrationssettings des organisierten Vereinssports dar. Gleichwohl ist es für Akteure der Sport- und Integrationspraxis wegweisend, bei Integrationsmassnahmen spezifische individuelle und strukturelle Merkmale im jeweiligen Vereinskontext zu berücksichtige

    Ehrenamtliche in Schweizer Sportvereinen im europäischen Vergleich

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    Ehrenamtliche Mitarbeit bildet die Basis für das Funktionieren der Schweizer Sportvereine. Denn diese sind wie kaum ein anderer Organisationstypus auf das freiwillige Engagement ihrer Mitglieder angewiesen (z.B. Schlesinger, Klenk & Nagel, 2014). Ehrenamtlichkeit stellt jedoch nicht nur die zentrale Ressource der Vereinsarbeit dar, sie trägt auch als bürgerschaftliches Engagement zum Gemeinwohl bei. Doch wie gestalten sich die Aufgaben und Tätigkeitsfelder der Ehrenamtlichen? Wie hoch ist der zeitliche Aufwand und wie werden Ehrenamtliche rekrutiert? Welche Erwartungen haben sie an ihre freiwillige Tätigkeit? Inwieweit korrespondiert eine Freiwilligentätigkeit mit der sozialen Integration innerhalb des Vereins? Der Beitrag analysiert diese und weitere Fragen auf der Grundlage einer Untersuchung von Vereinsmitgliedern im Rahmen des ERASMUS+-Projekts Social Inclusion and Volunteering in Sports Clubs in Europe (SIVSCE). Dabei wurden n=959 Mitglieder aus 40 systematisch ausgewählten Schweizer Sportvereinen u.a. zu ihrem möglichen ehrenamtlichen Engagement befragt. Zu den einzelnen Determinanten liegen Vergleichsdaten aus weiteren neun europäischen Ländern vor. Diese zeigen u.a., dass Ehrenamtliche in Schweizer Sportvereinen eher weniger Zeit in die Tätigkeit investieren. Sie werden vergleichsweise häufig vom Vorstand oder anderen Mitgliedern für die ehrenamtliche Person rekrutiert anstatt sich selber zu melden. Und sie legen mehr Wert auf die selbständige Ausführung ihrer Aufgaben. Abschliessend wird beleuchtet, inwieweit bestimmte Merkmale und Erwartungen der Ehrenamtlichen von den strukturellen Gegebenheiten im Verein abhängen

    The potential of female immigrants' integration into sport by intercultural clubs in Switzerland

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    Sport participation means a privileged access to participate in the sport system and the opportunities of actual integration into sport (Seiberth et al., 2013). The access to sport activities is often restricted for female immigrants. The function of sport participation concerning exercise offers of social associations is not a common theme in research on migration or on sports-related integration. Research on boundaries (Lamont & Molnár, 2002) suggest that gender-related and ethnic boundaries are stable behavioural and cognitive patterns leading to unequal social opportunities. The present study examined the potential of a Swiss intercultural club regarding female immigrants’ integration into sport by focussing on gender-related and ethnic boundaries. Ten interviews with female immigrants and conductress of an intercultural club plus a group discussion were held. Using qualitative content analysis and documentary method, findings reveal multifaceted, interwoven boundaries, e.g. maternal devotion, exclusive exercise offers for women, language learning devotion, religious need of headscarf. Otherwise resources to overcome boundaries are provided: Deploying competent employees; offering childcare, exercise offers suited to mothers‘ time schedule and language lessons; equitable, on integration focussed club-life. Thus, intercultural clubs might help to overcome boundaries and facilitate access to exercise for female immigrants and integrate them more successfully into sport than many sport clubs. A boundary focus and present data may open new perspectives for sport organisation and integration research. Further investigations of social associations offering exercise are advised

    Migrantinnen in interkulturellen Vereinen: Perspektiven zur Integration in den Sport

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    Im deutschsprachigen Raum wird ein hoher Anteil an Migrantinnen, die sportlich inaktiv und in Sportvereinen unterrepräsentiert sind, konstatiert (Burrmann et al., 2015; Lamprecht et al., 2014). Migrantinnen ist der Zugang zu Sportaktivitäten häufig erschwert aufgrund von Diskriminierung, Konflikten und Grenzziehungsprozessen, denen Aspekte betreffend des Geschlechts und der Ethnizität inhärent sind. Vor diesem Hintergrund wurde bislang häufig das Potenzial der Integration in den Sport bzw. Sozialisation zum Sport von Migrantinnen in (ethnischen) Sportvereinen und im Schulsport untersucht. Wie jedoch die Integration in den Sport in interkulturellen Vereinen, welche Sportangebote offerieren, funktioniert, ist weder in der Migrations- noch in der sportbezogenen Integrationsforschung ein gängiges Thema. Basierend auf dem theoretischen Ansatz Boundary Work (Lamont & Molnár, 2002) untersucht die vorliegende Studie geschlechtsbezogene und ethnische Grenzziehungsprozesse hinsichtlich der Sportpartizipation von Migrantinnen in einem interkulturellen Verein sowie vereinsbezogene Möglichkeiten, welche die Integration in den Sport fördern. Es wurden halbstrukturierte Interviews mit acht Migrantinnen verschiedener Herkunft und zwei Leiterinnen eines interkulturellen Vereins in der deutschsprachigen Schweiz durchgeführt. Zusätzlich erfolgte eine Gruppendiskussion mit sechs Migrantinnen. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse und dokumentarischer Methode wurden geschlechtsbezogene und ethnische Grenzen sowie Möglichkeiten für eine Sportpartizipation durch den Verein abgeleitet. Hinsichtlich der erschwerten Sportpartizipation indizieren die Resultate vielfältige, miteinander verschränkte, sich überlagernde und durchlässige Grenzen, die das Geschlecht und die Ethnizität allgemein betreffen. Im Speziellen wirken migrationsbedingt und lebensphasenspezifisch geprägte Haltungen gegenüber „mütterlichen“ Verpflichtungen, sprachlichen- und beruflichen Aus- bzw. Weiterbildungspflichten sowie Praktiken der Körperverhüllung. Die jeweilige Struktur der Grenzverschränkungen wirkt z.T. mehrfach restriktiv und prägt zugleich die verfügbare Zeit und finanzielle Mittel der Migrantinnen, was eine Dilemma artige Situation hervorruft. Zur Überwindung der Grenzen bietet der interkulturelle Verein insbesondere professionelle Mitarbeiterinnen; Kinderbetreuung; niederschwellige, kosten- und zeitgünstige Sportangebote exklusiv für Frauen; und eine wohlwollende Atmosphäre mit gleichberechtigtem Zusammensein. Interkulturelle Vereine können somit den Zugang zu Sportangeboten für Migrantinnen erleichtern und die Integration in den Sport bzw. die Sozialisation zum Sport fördern. Dies geschieht z.B. infolge bedarfsgerechter Vereinsangebote, unverbindlicher Teilnahmebedingungen und einer integrationsorientierten Vereinskultur. Der auf Grenzziehung fokussierte theoretische Ansatz und die vorliegenden Resultate eröffnen neue Forschungsperspektiven im Bereich Sport und Sozialisation sowie Integration

    Practices In The Field Of Social Integration And Volunteering Of Swiss Sport Clubs

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    Organised sport is considered to have a high potential for both, enhancing bio-psychological health and social integration (e.g. Elling, de Knop & Knoppers, 2001). However, people with disabilities or migration background are less physically active and underrepresented in sport clubs (e.g. Becker & Anneken, 2013; Lamprecht, Fischer & Stamm, 2014). The aim of this contribution is to provide a qualitative description of specific sport clubs that support social integration and voluntary engagement. The contribution follows two questions: How and through which measures do sport clubs integrate people with disabilities or migration background? How do sport clubs manage voluntary work? Social integration in a sport club is a process of reciprocal exchange and convergence between members. It becomes apparent in the type and depth of the embeddedness of a member in the various different communications and activity contexts that are specific to sports clubs: e.g. the extent of being accepted as a member, having friendships within the club or participating in club life (based on Esser, 2004). The analysis of good practice examples in Switzerland focused on planning, funding, partnerships, communication, awareness raising methods and recruiting/retaining members and volunteers as well as non-sport related activities. The results show that the professional Football Club Thun offers free special training sessions for refugees and children with mental disabilities within the framework of corporate social responsibility. The Basketball Club Femina Bern promotes social integration of young female immigrants by an integration-oriented culture and social environment as well as particular structures. Furthermore, both clubs are outstanding concerning volunteering. References Becker, F. & Anneken, V. (2013). Herausforderungen an eine inklusive Sportlandschaft — Ergebnisse einer Befragung von Sportvereinen im Rheinland zu Chancen, Grenzen und Bedarf. In V. Anneken (Hrsg.), Inklusion durch Sport: Forschung für Menschen mit Behinderungen (S. 83–104). Köln: Strauß. Elling, A., de Knop, P. & Knoppers, A. (2001). The Social Integrative Meaning of Sport: A Critical and Comparative Analysis of Policy and Practice in the Netherlands. Sociology of Sport Journal, 18, 414–434. Esser, H. (2004). Does the “new“ immigration require a “new“ theory of intergenerational integration? International Migration Report, 38, 1126–1159. Lamprecht, M., Fischer, A. & Stamm, H. P. (2014). Sport Schweiz 2008, 2014. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO
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